04.09.2020 Florian Arlt auf dem Nürburgring, Marcel Gapp beim Steinbock Bergrennen.


Lindau – Coronabedingt erfolgte auch für die Scuderia Lindau der Motorsportauftakt 2020 sehr verspätet. Um überhaupt in die Saison starten zu können, mussten sowohl Florian Arlt, als auch Marcel Gapp auf für sie neues Terrain ausweichen, was beiden überaus erfolgreich gelang.

Marcel Gapp machte dabei den Anfang. Nach Absage aller Läufe zur deutschen Automobilbergrennmeisterschaft rollte der über den Winter nochmals überarbeitete BMW E36 M3 nun zum ersten Mal beim 5. Int. Steinbock Bergrennen im österreichischen Gargellen an den Start. Dieser Lauft zählte dabei zum Int. Vorarlberger Drytech Race Cup. Als ob die Herausforderung durch das weiterentwickelte Rennfahrzeug und die völlig unbekannte Strecke noch nicht genug waren, schraubte der Wettergott in Form eines nassen Aspahltbandes an Renntag eins den Schwierigkeitsgrad noch etwas nach oben.
Doch Gapp schien sich alles andere als noch im Winterschlaf zu befinden. Der weiße M3 war nämlich von Trainingslauf eins an immer in den vorderen Regionen der Tabelle zu finden. Diese Leistung konnte er in den folgenden drei Rennläufen mit konstanten Zeiten bestätigen. In Zahlen ausgedrückt bedeutete dies einen 3. Platz im Feld von 19 Fahrzeugen und somit den ersten Podestplatz in der Saison 2020.
An Renntag zwei hieß es nahezu alle am Vortag gesammelten Erfahrungswerte wieder beiseite zu legen. Die Temperaturen waren nun noch immer ziemlich niedrig, die Piste aber jedoch vom Start bis ins Ziel völlig trocken. Doch offensichtlich war bei Marcel Gapp genügend Zuversicht getankt worden, um sich auch davon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Im Umkehrschluss bedeutete dies, dass er ebenfalls von Trainingsbeginn an über die dieses Mal vier Rennläufe mit sehr schnellen Zeiten glänzte. Der weiße BMW M3 lief somit am Ende im Ziel auf einem hervorragenden zweiten Platz unter zwölf gewerteten Teilnehmern ein.
Sein Teamkollege Florian Arlt sollte sich dabei eine Woche später einer noch größeren Herausforderung stellen. War er bisher mit seinem gelben VW Lupo Cup bei Slalom- und Bergrennen am Start, so wechselte er nun zum Saisonauftakt für ein Gastspiel nicht nur die Disziplin, sondern auch sein Einsatzgerät. Auf dem Plan stand nun nämlich ein Lauf zur NAVC-Rundstreckenmeisterschaft auf dem legendären Nürburgring. Die Streckenvariante sollte dabei die Müllenbachschleife sein, die immerhin so klangvolle Streckenabschnitte wie die „Dunlop-Kehre“ oder das „Michael-Schumacher-S“ beinhaltete. Anstatt dem ihm vorwiegend bekannten Kampf gegen die Uhr standen nun also zum ersten Mal für Arlt Rad-an-Rad-Duelle auf einer Rennstrecke an. Hierfür brachte er einen VW Lupo Junior Cup an den Start. Immerhin hatte das berühmt-berüchtigte Eifelwetter einen guten Tag erwischt und präsentierte sich von Beginn an mit trockenen Bedingungen von seiner besten Seite. Florian Arlt tat es seinem Teamkollegen gleich und zeigte von Anfang an keinerlei Anpassungsschwierigkeiten. Lieferte Platz vier im freien Training und im Zeittraining schon eine erste Überraschung, konnte er diese Position mit einigen sehenswerten Zweikämpfen im ersten Rundstreckenrennen seiner Karriere tatsächlich verteidigen. Diesen Erfolg konnte er im nicht minder ereignisarmen Durchgang des zweiten Rennens über 20 Runden bestätigen. Dabei sah der weiße VW Lupo zusätzlich vor wesentlich leistungsstärkeren Fahrzeugen die schwarz-weiß-karierte Zielflagge.
Arlt und Gapp haben also sofort wieder an ihre erfolgreiche Vorsaison anknüpfen können und die Scuderia Lindau gebührend vertreten. Ob sie im Jahr 2020 noch weitere Gelegenheit dazu finden werden oder ob der Saisonauftakt gleichzeitig auch schon das Finale bildete, wird sich in den nächsten Wochen kurzfristig entscheiden.